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Kreative Frauen in Thüringen

 

Digitales Ausstellungsprojekt von Annekatrin Weiße 

 Die Fotografin Annekatrin Weiße, selbst erst vor kurzem von Berlin/Brandenburg nach Thüringen gezogen, hat eine Porträtreihe konzipiert, für die sie Frauen vor ihre Kamera holt, die im Bereich Kreativwirtschaft selbstständig tätig sind.

Ihre Motivation ist dabei einerseits, sich in der neuen Region zu vernetzen (und was ist wichtiger, als zu netzwerken, wenn man freiberuflich unterwegs ist!), andererseits die große Vielfalt von Geschäftsideen und natürlich die inspirierenden kreativen Köpfe dahinter zu zeigen. In diesem Blogartikel stellen wir das Projekt vor. Weitere Portraits sollen folgen.

Hier ihre Gedanken zu dem Projekt:

Selbstbestimmung, viel Eigenverantwortung, Entscheidungsfreiheit, die Arbeit ans Leben anpassen zu können und nicht zuletzt: das machen zu können, was sie machen wollen. Auch etwas zu realisieren, was weit vom „Mainstream“ entfernt ist. – Dies sind oft die Gründe für eine Selbstständigkeit der Portraitierten. Keine hat sich die Entscheidung ganz einfach gemacht und einen Weg beschritten, der letztendlich von Erfolg gekrönt ist.

Warum gerade kreativwirtschaftliche selbstständige Frauen – ein Terrain, das scheinbar gleich mehrere Unsicherheitsfaktoren birgt? Einmal wäre da die Selbstständigkeit an sich, die kein regelmäßig gleichmäßiges Einkommen bringt, und dann noch Kunst bzw. kreatives Schaffen oder kreative Produkte – etwas, was viele einem als brotlos verkaufen wollen. Mit all diesen Denkschubladen muss Frau umgehen oder diese Stimmen überhören können, was Mut kostet. Aber aus allem, was ich bisher erfahren und selbst erlebt habe, lohnt es sich.

Aber warum Frauen? Es ist ein Thema, was mich schon immer begleitet hat, gerade wenn man sich in typische Männerdomänen vorwagt.

  • Warum sollten Frauen sich nicht in einem kreativen Beruf selbstständig machen, einen technischen Beruf ausüben, Leitungspositionen einnehmen, Kanzlerin werden und vieles mehr?
  • Warum ist das so besonders, wenn es die Eine oder Andere macht?
  • Warum sind überhaupt Frauenbeauftragte notwendig?
  • Warum sollte Frau das nicht machen, sie kann es doch?

Eins habe ich bei all diesen Fragen erfahren – Vorbilder helfen und braucht jede*r immer mal wieder. Vorbilder, die zeigen, wie gut es sich anfühlt, das eigene Leben selbst zu gestalten, den eigenen Weg zu gehen und dabei vorgefertigte Meinungen und Vorstellungen anderer über Bord zu werfen.

Aber schlussendlich macht mir das Arbeiten mit kreativen Frauen am meisten Spaß.

 

 

Anja Waldmann

Ich bin selbstständig weil

  • ich vorher 10 Jahre angestellt war und festgestellt habe, dass ich mehr Raum für Freiheit brauche
  • Selbstständigkeit und Familienleben deutlich besser vereinbar sind
  • ich ab einem bestimmten Punkt selbst entscheiden kann, welche Projekte mich interessieren, woran ich gern arbeiten möchte.

 

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Während des Studiums der Visuellen Kommunikation habe ich nebenher in der Kreativbranche gejobbt. Das brachte viel Erfahrung und Berufspraxis und natürlich finanzielle Entlastung. Die Einnahmequelle blieb mir auch nach dem Studium erhalten. So konnte ich ein Grundeinkommen durch diese Kontakte finanzieren. Als meine beiden Büro-Kollegen und ich dann selbst genug Aufträge hatten, habe ich die Nebenjobs dann auslaufen lassen.

Insgesamt war das ein absolut hürdenfreier Start in die Selbstständigkeit. Ein Büro zu finden war etwas schwieriger. Hier fehlt es – selbst in kulturell geprägten Städten wie Weimar – an inspirierenden aber bezahlbaren Räumlichkeiten.

https://www.waldmann-gestaltung.de/

 

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Jessika Fichtel

Mein Name ist Jessika. Kreativ-Kopf, Freelance-Texterin, Buch-Autorin, Weltentdeckerin. Und anfangs nicht ganz freiwillig selbstständig.
Auf Jobsuche im Frühjahr 2015. Ich habe meinen Masterabschluss in der Tasche und stecke voller Tatendrang. Hallo Welt! Hallo Traumjob!

Doch schon nach kurzer Zeit stellen sich zwei Dinge bei mir ein: 1. Ernüchterung und 2. die Erkenntnis, dass niemand – ABSOLUT NIEMAND! – auf mich und mein Schreibtalent gewartet hat.

Am Ende kann ich sagen: Ich habe so ziemlich alles versucht – vom Thüringer Landeskirchenamt bis hin zu einem Onlineshop für Jagdzubehör (Verzweiflung made me do it…).

Der Gang nach Canossa… aka. zur Agentur für Arbeit und die Wahl: Arbeitslos oder selbstständig?
Aus einem spontanen Impuls heraus und ohne groß darüber nachzudenken, wähle ich die Selbstständigkeit – und das, obwohl ich früher immer gesagt habe, ich würde mich niiiiiiiiieeeeemals selbstständig machen. Witzig, oder? Einatmen, ausatmen, Anlauf nehmen, abspringen.

Rückblickend beschreibe ich meinen Schritt in die Selbstständigkeit gern als Arschbombe – ins eiskalte Wasser. Obwohl meine Selbstständigkeit mit einem großen *PLATSCH!* begann, ging ich danach ganz langsam einen Schritt nach dem anderen – es war ja auch nicht so, dass mich von Tag 1 an die Kundenanfragen überrollten, haha.

Und trotzdem weiß ich noch ganz genau, wie ich am Ende meines ersten Monats als Freelancerin feststellte, dass ich stolze 800 Euro brutto verdient hatte. Die Entscheidung für die Selbstständigkeit und gegen die Arbeitslosigkeit hatte sich in meinen Augen vom ersten Moment an gelohnt.

https://jf-texte.de/

 

Melissa Fiebig

Ich bin Melissa Fiebig und als freischaffende Grafikdesignerin in Weimar tätig. Der Fokus meiner Arbeit liegt auf ganzheitlichen Designlösungen mit Sinn und Verstand.

Ein besonderes Augenmerk lege ich dabei stets auf eine individuelle und kundenorientierte Umsetzung der Projekte mit Perfektion im Detail. Dabei steht die Vermittlung von Inhalten in Kombination mit kommunikativen und reizvollen Designlösungen im Vordergrund, wobei ein Auge bei mir auch immer auf die Nachhaltigkeit eines Produktes schaut.

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Die Entscheidung zur Selbstständigkeit fiel bei mir bereits im Studium der Visuellen Kommunikation an der Bauhaus Universität Weimar. Anfangs ging es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig das Studium zu finanzieren. Ohne Erfolgsdruck und mit Raum für Fehler baute ich mir so Stück für Stück meine Selbstständigkeit auf. Dass ich im Anschluss an das Studium diesen Weg weiterging, ergab sich somit fast von selbst. Heute wird meine freiberufliche Tätigkeit neben eigenen Auftraggebern und freien Projekten durch die Kooperation mit verschiedenen ansässigen Agenturen und kreativen Köpfen geprägt. Eine wunderbar vielfältige Mischung aus selbstbestimmtem Arbeiten und kreativem Austausch unter Kollegen und Kolleginnen.

https://melissafiebig.de/

 

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Lena Haubner

Als gebürtige Erfurterin bin ich nach Weimar weitergezogen und gestalte dort Bücher, Plakate und Logos – kreativ, strukturiert und mit Hingabe zum Detail. Mein Fokus liegt auf der visuellen Gestaltung von Druckerzeugnissen. Ich gestalte alles, was sich blättern lässt: Von der kleinen rückstichgehefteten Broschüre, bis zum 500-seitigen Buch mit Anhang und Register. Dabei kümmere ich mich um die gesamte Ausstattung, vom Material zum Layout und Satz bis hin zur Detailtypografie. Außerdem gestalte ich mit großer Freude Plakate und entwickle Logos.

Mein Vater ist ebenfalls Grafikdesigner und Buchgestalter, deshalb bin ich schon sehr früh mit Design in Berührung gekommen und hatte schon als Kind den Wunsch, später auch einmal als Grafikerin zu arbeiten.

Ich studierte an der Bauhaus-Universität in Weimar Visuelle Kommunikation, um anschließend mein eigenes Gestaltungsbüro zu gründen. Während meines Studiums hatte ich bereits nebenbei kleinere Aufträge angenommen und mich dann 2015, nach meinem Masterabschluss, selbstständig gemacht. In Weimar bin ich geblieben und ziehe nach einer aufregenden Corona-Zeit wieder in mein Büro. Günstige Räume für Kreative sind auch für mich ein Thema, das mich nicht ruhen lässt und so musste ich schon oft die Umzugskoffer packen. Dies ist der einzige Wermutstropfen und Stolperstein seit meiner Gründung. (Quelle: THAK in Auszügen oder gekürzt).

http://lenahaubner.de/

 

 Annekatrin Weiße

Schubladen sind langweilig, daher finde ich „Fotodesignerin“ für mich die passendste Berufsbezeichnung.

Auf Irrwegen und aus purer Verzweiflung habe ich mich für eine Selbstständigkeit als Fotodesignerin entschieden. Ich habe allen Mahnungen zum Trotz einen Weg eingeschlagen, von dem mir fast jeder am Anfang abgeraten hat. Die Unterstützung war zu Beginn extrem mager, aber an diesem Weg gab es kein Vorbei und schon gar kein Zurück.

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Es gab in mir eine Gewissheit, die mir geholfen hat, weiter zu gehen und mich zu entwickeln – beruflich und auch persönlich. Der Weg fühlt sich wie eine Reise an, die noch lange nicht abgeschlossen ist und noch lange weitergeht, aber sich immer mehr nach mir anfühlt. Wunderbar!
 
Mein Schritt in die Selbstständigkeit war für mich auch ein Schritt hin zu den richtigen Beziehungen, die mir gut taten und die mich unterstützt haben. Ich habe sehr viel gewonnen und viel Ballast abgeworfen. Jeder Schritt auf diesem für mich völlig neuen und nicht planbaren Terrain war ein Riesenschritt in die gefühlt richtige Richtung. Und schlussendlich gibt mir das positive Feedback und Menschen, die an mich glauben, viel Energie für mehr.
 

http://www.artundweisse.de

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Isabell Espig

Als wir 2020 von Leipzig zurück in die thüringische Heimat zogen, ließ ich nicht nur Freunde zurück, sondern auch mein Onlinemagazin Rosa Krokodil, was sich an Familien in Leipzig richtete.

Wie sollte ich ein Stadtmagazin aus der Ferne betreuen? Oder könnte das Thema auch hier in Thüringen funktionieren? Schon, aber dann müsste man es größer und viel konsequenter denken … Und das tat ich!

Ich kündigte meine sichere Festanstellung in einer PR-Agentur und tauschte meinen 9-to-5-Job gegen Selbstständigkeit. Ungewissheit. Abenteuer! Denn meine Vision – etwas für Familien in meiner geliebten Heimat zu erschaffen – war größer als die Angst.

Aus dem Onlinemagazin in Leipzig wurde das neue Rosa Krokodil – Das Portal für Entdecker-Familien. Auf der interaktiven Karte wird der eigenen Standort angezeigt und sämtliche familienfreundlichen Ausflugsziele, die sich darum befinden: Vom Café mit toller Kinderspeisekarte, über Orte zum drinnen und draußen Spielen bis hin zu Familienwanderwegen.

Mit der Thüringen Karte sind wir im Oktober 2021 gestartet. Nun wollen wir die Ländergrenze überschreiten und weiter wachsen, sodass das Rosa Krokodil Familien in ganz Deutschland bei ihren Abenteuern begleiten kann.

Machen wir uns nichts vor – der Weg, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, ist hart und als Mutter von zwei kleinen Kindern vielleicht noch härter. Der Anteil von Frauen, die ein Unternehmen gründen, liegt gerade einmal bei 15,7 Prozent! Warum ist das so? Bescheidene Rahmenbedingungen! Zweifel an uns selbst? Das Zweifeln anderer? Natürlich kann es passieren, dass es nicht im ersten Anlauf klappt, dann versuche ich es eben wieder, probiere neue Wege, werde weiter wachsen. Oder, wie die wunderbare Gründerin Sissi von Hardenberg sagt: „Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man.“

https://www.rosakrokodil.de

Melissa Harms & Nele Schacht

Wir haben uns an der Bauhaus-Universität Weimar im Bachelorstudium der Medienkunst kennen und schätzen gelernt. Danach studierte Melissa in Weimar noch Visuelle Kommunikation und Nele in Wismar Kommunikationsdesign und Medien.

Danach ging ein bisschen Zeit ins Thüringer Land, bis wir uns wieder trafen. Die Chemie stimmte so, dass wir im Herbst 2020 gemeinsam ins Abenteuer Selbstständigkeit sprangen.

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Auch wir waren nicht ganz frei von Zweifeln und Unsicherheiten, aber wir sind ihnen mit einer fundierten Vorarbeit und Vorbereitung begegnet und zu zweit gründet es sich vielleicht doch noch einmal leichter als allein.

Den Kern unserer Arbeit bildet eine ganzheitliche und nachhaltige Gestaltung, die mehr als nur die sprichwörtliche Kirsche auf der Torte ist. Wir gestalten die Torte stattdessen gerne nachhaltig und ganzheitlich mit – ein Anspruch, der nicht immer einfach umzusetzen ist, aber eine hohe Qualität mit sich bringt.

Unser bereits bestehendes Netzwerk konnten wir schnell nutzen und weiter ausbauen, sodass die parzelle34 aller Pandemie zum Trotz einen guten Start hinlegte und jetzt für neue Herausforderungen und Projekte bereit ist.

https://parzelle34.de

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Alexandra Häßler

Ich bin lizensierte KIBO® (Kickbox Aerobic) Basic Instruktorin und agiere als Gruppenfitnesstrainerin. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, meinen Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Training zu bieten. Dafür kombiniere ich Grundtechniken aus dem Kickboxen, bestehend aus Schlägen und Kicks, immer wieder neu mit Schritten aus der Aerobic. Das Resultat ist ein intensives Ganzkörpertraining, bei dem wir Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination trainieren.

Insgeheim war es schon immer mein Traum, selbst einmal Sportkurse zu leiten und andere bei ihrem Weg zur körperlichen Fitness zu begleiten. Nachdem ich viele Ideen und Konzepte gesammelt und ausgearbeitet hatte, habe ich die Lizenz zur KIBO® Basic Instruktorin erworben. Das gibt mir die Möglichkeit, flexibel zu sein und meine eigenen Entscheidungen zu treffen – wahrscheinlich nicht immer die richtigen, aber auch aus Fehlentscheidung lerne ich dazu, entwickle mich weiter und stelle mich neuen Herausforderungen.

Die größte Hürde in Form von Selbstzweifeln befand sich im Vorfeld in meinem Kopf. Jetzt gehe ich Schritt für Schritt meinen Weg.

https://fitby.alex-haessler.com

 
Annekatrin Weißes Arbeit für das Fotoprojekt „Kreative Frauen in Thüringen“ wurde gefördert durch:
 

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